- 1. Klassifizierung: Die drei Dashboard-Typen
- Strategische Dashboards: Fokus auf langfristige Ziele (KPIs), High-Level-Snapshots und Trends für das C-Level.
- Analytische Dashboards: Unterstützung der Ursachenforschung durch historische Daten und komplexe Filterungen für Experten.
- Operative Dashboards: Real-time Überwachung von Prozessen und kurzfristigen Abweichungen für das Tagesgeschäft.
- 2. Psychologie der Wahrnehmung (Stephen Few)
- Kognitive Last: Warum "Data-Ink Ratio" (nach Tufte/Few) der Schlüssel zur Klarheit ist und visuelles Rauschen eliminiert werden muss.
- Gestaltgesetze im UI-Design: Anwendung von Nähe, Ähnlichkeit und Kontinuität zur Gruppierung von Informationen.
- Vermeidung von Fehlern: Warum 3D-Effekte, Kreisdiagramme und Tachometer-Anzeigen oft die Wahrnehmung verzerren.
- 3. Layout-Prinzipien und Informationshierarchie
- Visuelle Scan-Muster: Implementierung des F-Patterns und Z-Patterns für die Platzierung der wichtigsten Metriken.
- Die Inverted Pyramid: Die wichtigste Botschaft zuerst, gefolgt von Details und ergänzenden Kontexten.
- Grid-Systeme: Aufbau einer stabilen Struktur zur Ausrichtung von Visualisierungen für eine bessere Scanbarkeit.
- 4. Strategische KPI-Auswahl und Kontext
- KPI-Definition: Auswahl von vorlaufenden (Leading) vs. nachlaufenden (Lagging) Indikatoren.
- Kontextualisierung: Warum eine Zahl ohne Vergleichswert (Vorjahr, Budget, Benchmark) wertlos ist.
- Abweichungsanalysen: Visualisierung von Delta-Werten und deren Bedeutung für die Entscheidungsfindung.
- 5. Interaktionsdesign: Tiefe ohne Überforderung
- Drill-down Pfade: Hierarchisches Vordringen von der Aggregation zur Transaktion ohne Kontextverlust.
- Filter-Strategien: Globale vs. lokale Filter und deren Platzierung für eine intuitive Bedienung.
- Tooltips & Annotationen: Nutzung von "Details-on-demand" zur Erklärung von Ausreißern direkt im Chart.
- 6. Farbklima und Typografie im Dashboard
- Semantische Farben: Konsistenter Einsatz von Ampelfarben (Rot/Gelb/Grün) und deren barrierefreie Alternativen.
- Farbsparsamkeit: Fokus durch Graustufen und gezielten Farbeinsatz für Alarme oder Highlights.
- Schrift-Architektur: Hierarchien durch Schriftgewichte und Größen zur Führung des Auges.
- 7. Die Dashboard-Kritik-Checkliste
- Audit-Verfahren: Prüfung bestehender Dashboards auf Lesbarkeit, Relevanz und visuelle Klarheit.
- Nutzer-Interviews: Methoden zur Validierung, ob das Dashboard die tatsächlichen Fragen der Entscheider beantwortet.
- Iteratives Design: Der Prozess vom ersten Wireframe bis zum finalen "Single Source of Truth"-Dashboard.
- 8. Praxis-Simulation: Redesign-Workshop
- Szenario-Design: Analyse eines überladenen "Horror-Dashboards" voller redundanter Informationen und suboptimaler Charts.
- Skizzierung: Entwurf einer neuen Informationsarchitektur auf Basis der erlernten Layout-Modelle (Analoges Prototyping).
- Präsentation & Feedback: Verteidigung des Designs gegenüber einem (simulierten) anspruchsvollen Entscheider-Panel.
LernzieleDie Teilnehmenden erlernen die methodischen Grundlagen für den Aufbau nutzerzentrierter Dashboards. Ziel ist es, zwischen operativen und strategischen Dashboard-Typen zu unterscheiden, Layout-Prinzipien wie das F-Pattern anzuwenden und durch eine gezielte KPI-Auswahl sicherzustellen, dass Entscheider die wichtigsten Informationen innerhalb von Sekunden erfassen und interpretieren können.
Zielgruppen- Data Analysts & BI-Spezialisten: Die technische Datenmodelle in Management-Reports übersetzen.
- Controller & Projektleiter: Die regelmäßige Performance-Updates für Stakeholder erstellen.
- UX/UI Designer: Die spezialisierte Business-Interfaces für Software-Lösungen entwickeln.
- Führungskräfte: Die ihre eigenen Berichtsstrukturen professionalisieren und die Datenqualität kritisch hinterfragen wollen.