- Tag 1: 1. SQLOS, Speicher und Scheduling
- SQLOS als Betriebssystem innerhalb des SQL Server
- Speicherbereiche: Buffer Pool, Plan Cache und Memory Grants
- Scheduling: Scheduler, Worker, Tasks und Yielding
- NUMA und CPU-Zuordnung
- Speicherdruck erkennen und einordnen
- Praxis-Übung: Speicher- und Scheduler-Zustand einer Instanz mit DMVs auslesen und bewerten.
- 2. Moderne Überwachung: Extended Events, Query Store und DMVs
- Extended Events als Nachfolger des Profilers
- Sessions, Targets und Filter gezielt einsetzen
- Query Store als zentrales Diagnose- und Tuning-Instrument
- Dynamische Verwaltungssichten für den Echtzeit-Einblick
- Performance-Dashboards und Berichte
- Praxis-Übung: Eine Extended-Events-Session einrichten und auffällige Abfragen im Query Store identifizieren.
- 3. Wait-Statistics-Methodik
- Das Wait-and-Queue-Modell als Diagnose-Rahmen
- Wichtige Wait-Types und ihre Bedeutung
- Engpässe nach CPU, IO, Speicher und Sperren einordnen
- Von Symptomen zur Ursache statt Rätselraten
- Wait-Daten über die Zeit auswerten
- Praxis-Übung: Eine Lastsituation über Wait-Statistics analysieren und den dominierenden Engpass benennen.
- 4. Baselines und Engpass-Analyse
- Counter aus Betriebssystem und SQL Server kombinieren
- Baselines erstellen und akute Abweichungen messen
- Grenzwerte für die wichtigsten Kennzahlen
- Korrelation von Countern zur Ursachensuche
- Trends für die Kapazitätsplanung nutzen
- Praxis-Übung: Eine Baseline aufnehmen und eine Abweichung gegen die Normalwerte bewerten.
- Tag 2: 5. Storage und IO
- Speicherpfade verstehen: DAS, SAN und NVMe
- IO-Messung mit DiskSpd statt des veralteten SQLIO
- Kennzahlen: IOPS, Durchsatz und Latenz
- IO-Engpässe erkennen und gegensteuern
- tempdb-IO und Protokoll-IO im Blick behalten
- Praxis-Übung: Mit DiskSpd ein Speichersubsystem vermessen und die Ergebnisse interpretieren.
- 6. Instanz-Konfiguration
- Speicherkonfiguration: Min- und Max-Server-Memory
- MAXDOP und Cost Threshold for Parallelism
- tempdb richtig dimensionieren und konfigurieren
- CPU- und IO-Affinität bei Bedarf
- Performance-relevante Datenbankoptionen
- Praxis-Übung: Eine Instanz mit MAXDOP, Speicher und tempdb produktionsnah einstellen.
- 7. Ressourcensteuerung mit Resource Governor
- Workloads in Ressourcenpools und Workload-Gruppen einteilen
- CPU, Speicher und IO begrenzen und priorisieren
- Klassifizierung eingehender Sitzungen
- Lasttrennung zwischen Anwendungen
- Wirkung überwachen und nachjustieren
- Praxis-Übung: Mit dem Resource Governor eine Last gegenüber einer anderen begrenzen.
- 8. Physische Implementierung
- Dateien und Dateigruppen sinnvoll aufteilen
- Partitionierung großer Tabellen
- Datenkomprimierung: Row und Page
- OLTP- gegen DSS-Workloads optimieren
- Filestream und Blob-Speicherung im Überblick
- Praxis-Übung: Eine große Tabelle partitionieren und komprimieren und die Wirkung prüfen.
- Tag 3: 9. Intelligent Query Processing aus Admin-Sicht
- Das kumulative IQP-Feature-Set verstehen
- Memory Grant Feedback und DOP Feedback
- Batch Mode on Rowstore
- Kompatibilitätslevel als Stellhebel für IQP
- Wirkung beobachten und absichern
- Praxis-Übung: IQP-Effekte auf Level 150 und 170 vergleichen.
- 10. Optimized Locking, OPPO und Sperren
- Optimized Locking: weniger Blocking und Deadlocks
- Optional Parameter Plan Optimization als Nachfolger der Parameter Sensitive Plan Optimization
- Sperren, Blocking und Deadlocks analysieren
- Isolationsstufen und ihre Wirkung
- Accelerated Database Recovery für schnellere Wiederherstellung
- Praxis-Übung: Ein Blocking-Szenario analysieren und die Wirkung von Optimized Locking bewerten.
- 11. Automatic Tuning und Plan-Stabilität
- Automatic Plan Correction mit FORCE_LAST_GOOD_PLAN
- Query Store Hints für Dritt- und Legacy-Software
- Plan-Regressionen erkennen und beheben
- Statistik-Erhalt auf Secondaries im HA-Betrieb
- Praxis-Übung: Eine Plan-Regression über den Query Store erkennen und einen Plan erzwingen.
- 12. KI-gestützte Analyse, Betrieb und Peer-Review
- Copilot in SSMS für Diagnose und Empfehlungen
- KI-Vorschläge kritisch prüfen und absichern
- Tuning-Routinen und Dokumentation im Betrieb
- Praxis-Übung (Peer-Review): Die Performance-Analyse einer anderen teilnehmenden Person gegen Methodik, Messung und Maßnahmen prüfen und die Rückmeldungen einarbeiten.
LernzieleJede teilnehmende Person verlässt das Seminar mit der Fähigkeit, Performance-Engpässe in SQL Server 2025 methodisch zu finden und auf der richtigen Ebene zu beheben. Sie überwacht mit Extended Events und dem Query Store, analysiert über Wait-Statistics, optimiert Storage, Instanz und Ressourcensteuerung und setzt die Engine-Neuerungen von 2025 gezielt ein.
Zielgruppen- Datenbankadministratoren, die SQL-Server-Instanzen performant betreiben
- System-Administratoren mit Verantwortung für Datenbank-Performance
- Technische Verantwortliche für Betrieb und Kapazitätsplanung
- DBAs, die von älteren Tuning-Werkzeugen auf den 2025-Stack umsteigen
Voraussetzungen: Die Teilnehmenden bringen solide Erfahrung in der SQL-Server-Administration und Grundkenntnisse von Windows Server mit. Vertrautheit mit T-SQL und Ausführungsplänen ist hilfreich; Erfahrung im laufenden Betrieb einer Instanz erleichtert den Einstieg.